»There is no place on earth that’s free of questioning. You have to always be curious about every last detail that crosses your mind, that you know you don’t have an answer to«,
sagt REVUE Featured Artist Rachel Libeskind im gemeinsamen und sehr persönlichen Interview mit ihren Vater Daniel Libeskind. Wir sind neugierig. Und da die Fragen nicht weniger werden, stellen wir zunächst eine scheinbar einfache: Warum eigentlich Communities?
Ganz klar, in einem Stichwortverzeichnis der Next Society darf der Begriff nicht fehlen. Auf den ersten Blick haben wir es aber mit einem eher antiquierten Konzept zu tun: Die Idee der Wagenburg, die sich gegen den Unbill der Welt zusammenschließt, soziologischer Gegenentwurf zur Anonymität der modernen Gesellschaft. So verlockend die Polarisierung zwischen Kuscheln und Kälte auch sein mag, sie trifft längst nicht mehr das ganze faszinierende Phänomen.
Alles das, was wir heute unter dem Stichwort »Community« fassen (Enterprise 2.0, Online, Net, Cyber oder ECommunities), war noch nicht am Horizont zu sehen, als sich 1985 in San Francisco der Debattierclub »The Well«[1] gründete – die erste netzbasierte Internetcommunity. Knapp 28 Jahre später, in einer krisengeschüttelten, individualisierten, komplett vernetzten Welt, boomt die »Gemeinschaft«: Unternehmer suchen nach Community Managern, um das virtuelle Treiben erst in Gang und dann in den Griff zu bekommen. Facebook & Co sind Sammelorte einer Communitas, die gelernt hat, die Kosten von Nähe und Distanz miteinander aufzurechnen. Gangs und Tribes stiften Identitäten und organisieren sich zu sozialen Gebilden, die dank des »long tail« des Internets erstaunlichen Einfluss entwickeln. Mit dem Konzept der Gemeinschaft als vereinnahmende Trutzburg hat das alles kaum noch zu tun. Unsere Frage ist auf den zweiten Blick also gar keine so einfach zu beantwortende, trägt sie doch den Gegenstand als Frage selbst in sich. Unser Kolumnist Athanasios Karafillidis sagt:
»Communities sind Suchmaschinen einer Netzwerkgesellschaft, die solange nicht weiß was sie sucht, bis sie es gefunden hat.«
Wir haben uns also auf eine Suche ohne Wahrheitsanspruch begeben. (Heraus-)gefunden haben wir gerade deshalb so einiges:
Gemeinsames Schaffen ist nicht erst seit dem Boom der Co-Working-Spaces normal geworden und Erfindungen wie die 3D-Druck-Technologie stärken den Erfolg, so Wolfgang Wopperer. Auch die Euphorie des Community-Builders Alex Hillman, der uns von seinem Aufbau eines der ersten Co-Working Spaces weltweit in Philadelphia/USA berichtet, ist ansteckend. Der arabische Frühling hat die Macht der Gemeinschaft in verblüffendem Ausmaß gezeigt: Twitter und Facebook halfen die Diktatoren aus ihren Palästen zu fegen, aber dann scheiterte man an der uralten Frage, wie man einen Staat schafft.
In der grenzenlosen Freiheit des Netz-seins und ihrer Übertragung auf ein Außen gibt es also Grenzen. Aus der schönen neuen Welt der Open Sources gelangt man zu Markus Miessen: »Partizipation ist Krieg.« Dirk Baecker formuliert es im Managergespräch mit Thomas Sattelberger differenzierter, aber ähnlich klar: »Communities sind das Problem und nicht die Lösung.« Wo viele Gemeinschaften in Homogenität erstarren, wird Diversität zur wertvollen Ressource. Darin liegt eine der Chancen, die Communities so spannend machen: Die immer öfter versagende Ernährungsindustrie spürt den Atem der Food-Kooperationen (more…)
Searching Communities
Jan Bathel | Great Place, Insights, Inspiration, Next Society | 14.05.13
Geliebter Freund und Kolumnist Athanasios Karafillidis schreibt »Communities sind die Suchmaschinen der Nächsten Gesellschaft. [...] einer Netzwerkgesellschaft, die so lange nicht weiß, was sie sucht, bis sie es gefunden hat.« Gerne verfolge ich auch seine Schriften unter: karafillidis.com Jan
Ist Generationengerechtigkeit eine Leerformel? – Eine Replik auf Heinz Bude
Manouchehr Shamsrizi | 21.04.13
Die Welt ein bisschen besser hinterlassen
von Wolfgang Gründinger

Das Plädoyer für Generationengerechtigkeit sei eine „unbrauchbare Formel“, die allenfalls als „Indiz eines verlorenen Zukunftsglaubens“ tauge, befand der Soziologe Heinz Bude kürzlich in der Zeitschrift Lettre. Schließlich könnten wir nicht wissen, in welcher Welt unsere Nachfahren einmal leben würden – schon daher komme die Forderung nach Generationengerechtigkeit allzu „naiv“ daher. Dabei erliegt er einigen Missverständnissen.
Eine Replik.
Das Konzept der Gerechtigkeit zwischen Generationen ist vor Denkfallen und Verkürzungen nicht gefeit: Es kann in die Bahnen undifferenzierter Sozialstaatskritik abdriften, von medialer Sensationslust getrieben werden, aus Profilierungssucht ausgeschlachtet oder zu egoistischer Bedienungsmentalität ausgenutzt werden. Im täglichen Streit über Generationengerechtigkeit tun sich wenigstens drei Irrtümer auf, gegen die offenbar auch ein bewanderter Soziologe wie Heinz Bude nicht immun ist.
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morethanshelters – social entrepreneurship
Jan Bathel | Art and Design, Health, Next Society, Tools | 14.04.13
According to the UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees), there are between 30 and 40 million displaced people each year. Statistically, eight people flee from conflict or persecution every minute. The main reasons why people leave their homes are war, hunger, civil conflicts and natural catastrophes. These statistics do not take into account the several million people who move for economic reasons or as work migrants and a growing number of “climate refugees”.
Foto: © Mark Knobil
It is also observed that the number of people who are able to return to their homes continues to decrease. They only have two options, either to integrate into society in their host country or to resettle in a third country. It should be noted that each year all “developed” countries receive only about 98,000 or approximately 0.3% of refugees who will settle permanently. The “underdeveloped” world, which already receives 80% of refugees, remains a home for the remaining 99.7%. About 30% of this population lives in each of the following accordingly: unprotected dwellings, refugee camps and in private homes. The latter are found mainly in the slums of the rapidly growing mega-cities. However, about 750 million people already live in these areas in unsafe and unsanitary accommodation and that number is growing by 180,000 each day. Within the next 30 years, the urban population of underdeveloped countries will double, and it is predicted that by 2050 about one-third of the world’s population will live in unsafe and/or harmful environments without access to clean water.
REVUE and morethanshelters Founder an author Daniel Kerber would like to contribute to the resolution of these refugees problems.
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The idea for building a community like Indy Hall wasn’t mine
Jan Bathel | Cooperation, Inspiration, News, Next Society, Playful | 07.05.13
“I wasn’t born with a green thumb for community building, I had to experiment and learn along the way. To save you from the heartache and false starts that I’ve experienced, here are five foundation community building lessons that you can use today: 1. People are attracted to people who share what they believe. 2. Without a sense of belonging, even the most moti vated community members have a limited lifespan. 3. If you make room for people to share or lead, they just might surprise you. 4. People relate to stories better than they relate to ideas. 5. Turn »I« into »we«. You can’t build a community by yourself.” (Alex Hillman in REVUE 12, Communities)
Alex Hillmann is global thought leader of community building. He is cofounder of Philadelphia’s Indy Hall, one of the world’s most revered coworking communities, and Citizens of Industry, a boutique col laboration consultancy. Hillman’s other projects include work with Zappos ceo Tony Hsieh’s celeb rated »Downtown Project« in Las Vegas.
Jan
ACHTUNG: Einzelheftbestellung
Rabea Edel | 22.04.13
Leider hat sich ein Fehlerteufel eingeschlichen…
Die Einzelheftbestellung auf unserer Seite funktioniert einwandfrei, wir versenden umgehend und freuen uns über das große Interesse an der neuen Ausgabe. Allerdings wird der Preis in der Autoresponse falsch angezeigt. Wir haben den Preis der Ausgabe auf 16,90 € gesenkt und erscheinen nun dreimal jährlich. Alle Einzelheftbestellungen der #12 werden natürlich zum neuen Preis verschickt!
Der Abopreis bleibt gleich, nur dass es statt 2 Ausgaben im Jahr nun 3 gibt.
Herzliche Grüße,
das REVUE-Team.
Setzen! Sechs! – Offener Brief an die ARD
Manouchehr Shamsrizi | 27.03.13
Sehr geehrte Damen und Herren,
heute Abend zeigen Sie einen Fernsehfilm in Eigenproduktion, der den Themenabend “Sicherheit im Internet” einleiten soll. Während ich Ihnen gratulieren möchte, ob der Entscheidung ein solches Thema zu beleuchten, erlaube ich mir, auch Ihnen mitzuteilen, dass es sich bei “Im Netz” um eine der inhaltlich und dramaturgisch schlechtesten Produktionen handelt, die mir in einem öffentlich-rechtlichen Sender je untergekommen ist.
Sicherlich haben Sie sich im Vorfeld dieses Filmes mit diesem neuen Etwas, das wir “Internet” getauft haben und das einige von uns gar als “Leitmedium” zu bezeichnen wagen, intensiv beschäftigt. Leider ist davon im Film nichts zu erkennen.
Stattdessen wird der Zuschauerschaft (more…)